Die Appretur-Anstalt Richard Hlawaty

2014
2014

Geht man die Gelenauer Straße hinunter zum Zwönitztal, sieht man kurz vor dem "Kemtauer Eck" ein kleines Haus auf der linken Seite. Das Häuschen steht etwas eingerückt mit der Schmalseite zur Straße und hat ein kleines Fenster und eine Tür zur Gelenauer Straße.

Firmenbogen von 1926
Firmenbogen von 1926

Dieses Haus gehörte zur Appretur-Anstalt Richard Hlawaty, zu sehen auf dem abgebildeten Firmenkopf als 2. Gebäude von rechts. Was in so einer Anstalt betrieben wurde, läßt sich im Wikipedia nachlesen.

Im April 1919 erwarb der Kaufmann Richard Hlawaty eine ehemalige Lohnappretur (1. Gebäude von links) mit dem Einfamilienwohnhaus (3. Gebäude von links nach dem Flachbau). Ganz rechts sieht man das später errichtete neue Wohnhaus auf der gegenüber liegenden Straßenseite.

Erbaut wurden diese Gebäude einst vom Strumpffabrikanten Ernst Hermann Bach um 1880. 1922/23 baute Hlawaty die Fabrik an (4. Gebäude von links). Das alte Foto zeigt das ehemalige Wohnhaus vor dem Fabrikanbau. Die Fabrik und das alte Wohnhaus sind bei der Bombardierung von Burkhardtsdorf am 14. Februar 1945 zerstört worden. Vor einigen Jahren sind die Reste der Fabrik abgerissen worden. Nur das eingangs erwähnte kleine Haus und das im folgenden beschriebene neue Wohnhaus existieren noch heute. 

Das neue Wohnhaus Gelenauer Straße 7

Das villenartige Wohnhaus 2013
Das villenartige Wohnhaus 2013

Im Burkhardtsdorfer Amtsblatt findet sich in der Ausgabe September 2013 ein Artikel zur Geschichte dieses denkmalgeschützten Hauses:

1921 erhielt Hlawaly die Genehmigung zur Errichtung eines Wohnhauses gegenüber seiner Fabrik auf Flur 36 b. Es entstand ein villenartiges Gebäude mit Einfriedung. Als Auflagen wurden ihm von der Amtshauptmannschaft Chemnitz folgendes gestellt:

„Die Wohnhausvorderfront ist gleichlaufend zur Dorfstraße zu stellen und von der Straßengrenze mindestens 6 m abzurücken. Die nordwestliche Ecke des Wohnhauses von dem nördlichen, vorüberführenden Weg hat mindestens 7 m Abstand zu halten. Längs der beidseitigen Straßengrenze ist das Baugrundstück einzufriedigen und mit Vorgarten zu versehen. Bei späterer Straßenverbreiterung ist die Einfriedigung auf Kosten des jeweiligen Besitzers "zurückzusetzen". 1930 wurde das Villengrundstück auf einen Einheitswert von 25.500 RM geschätzt. 1940 verkaufte Hlawatys Witwe das gesamte Anwesen.

Die nächste Zeit war es in Händen des Teehändlers Wilhelm Sehestedt, bekannt als "Teebude", bis es I947 Albert Reinhardt erwarb. Auch heute ist es noch im Besitz der Familie Reinhardt.