Die Auenmühle am Mühlenweg 1

Die Aumühle heute
Die Aumühle heute

Geht man in Kemtau den schön gelegenen Mühlenweg entlang, sieht man direkt an der Zwönitz ein Wohnhaus. Heute kann man dort eine Ferienwohnung mieten. Früher war das Gebäude die Aumühle, die dem Mühlenweg seinen Namen gab.

Die Mühle bestand wahrscheinlich bereits im 16. Jahrhundert. Der Name „Auenmühle” ist seit 1605 nachweisbar. 1668 werden als Besitzer die „Aumüller” Johann Christoph Meyer und George Meyer erwähnt.

1828 ersteigerte Friedrich Wilhelm Hofmann die Mühle. 

Die 1836 einsetzende Waldrodung und Bebauung des Eibenberger „Anbaus“ führte zu einer außergewöhnlichen Auslastung der Schneidmühle (durch Wasserkraft betriebenes Sägewerk) und der zur Mahlmühle (Getreidemühle) gehörenden Bäckerei. Die dementsprechend hohen Einnahmen des Müllers ermöglichten ihm, 1838 seine bis dahin relativ kleine Landwirtschaft um mehrere Feld-, Wiesen- und Waldbodengrundstücke zu vergrößern.

1843 ging die Mühle an Johann Samuel Nietzold über. In seiner Biographie steht:

Er war das achte Kind und stammte aus einem Bauerngut in Burkhardtsdorf. Er hatte 2 Söhne und 1 Tochter. Kaufte mit 18 Jahren für 4000 Reichsthaler am 18.02.1820 von seinem Schwiegervater das Ganzhufengut (neben Lehngericht) und verkaufte es 1843 an ein Spekulanten-Quartett für 7900 Thaler. 1850 brannte das Gut ab, nur die "Nietzoldscheune" steht noch. Ab 1843 Besitzer der Auenmühle, Mühlenweg 1. Er war 1860 nach Einschätzung des Gemeinderates der "Spitzenverdiener" von Eibenberg. 1865 ist Johann Samuel Nietzold Hausbesitzer Bergstraße 47.

Seit 1861 gehörte die Auenmühle der Müllerfamilie Stiefel. Zunächst von Heinrich Stiefel betrieben, wurde die Mühle seit 1885 von den Gebrüdern Stiefel weitergeführt und wurde Stiefelmühle genannt.

1918 überham dann Paul Stiefel die Mühle. Dessen Sohn Karl Stiefel Senior hat das Sägewerk 1972 aus Altersgründen eingestellt.