Vetters Hof - Zwönitztalstraße 14

Der Gasthof ist Geschichte
Der Gasthof ist Geschichte

Brauereigasthof des Herrn Otto Vetters

 

Wer Kemtau mit der Erzgebirgsbahn erreicht, oder die Zwönitztalstraße entlang fährt, kam an Vetters Hof nicht vorbei. Die von außen und innen sehr schön gestaltete Traditionsgaststätte war immer einen Besuch wert. Doch leider hat Vetters Hof nun die Tore geschlossen. Der letzte Inhaber, Martin Vetters, schrieb dazu auf der Internetseite des Gasthofes:

Liebe Gäste,

schweren Herzens müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir unseren Gaststättenbetrieb einstellen.

Wir öffnen für Sie das letze Mal am Sonntag, den 20.08.2017, von 11:00 bis 14:00 Uhr.

Bitte behalten Sie uns in guter Erinnerung.

Alles Gute.

Damit hat die letzte Einkehrmöglichkeit in Kemtau und Eibenberg geschlossen. Es bleibt nur zu hoffen, dass es doch noch irgendwie weitergeht und das Haus nicht das Schicksal vom Gasthof Kemtau teilen muss.

 

Der Gasthof um 1930
Der Gasthof um 1930

So wurde die Tradition des Hauses auf der Internetseite von Vetters Hof beschrieben: Das heute denkmalgeschützte Gebäude wurde 1926/27 errichtet. Der Bauherr, Otto Vetters, war Braumeister und Eigentümer der Zwönitztalbrauerei Burkhardtsdorf am gegenüberliegenden Zwönitzufer gelegen. 

Er betrieb diese Brauerei in der Zeit von 1903 bis 1946. Danach wurde sie von seinen Nachkommen bis zur Schließung 1972 als Privatbrauerei weitergeführt. Als Gastwirt des Vetters Hof war über 30 Jahre sein Sohn Emil Vetters tätig. Es folgten verschiedene Pächter.

Alte Ansichtskarte
Alte Ansichtskarte

Die Entwicklung der Zwönitztalbrauerei 

 

Gründung 1865

Bis 1886 Brauerei Wartig

Bis 1903 Brauerei Georg Dehnert

bis 1905 Zwönitztalbrauerei Otto Vetters

Bis 1911 Brauerei Burkhardtsdorf

Bis 1933 Zwönitztalbrauerei Otto Vetters

Bis 1950 Zwönitztalbrauerei Otto Vetters & Söhne GmbH

Bis 1972 Zwönitztalbrauerei Otto Vetters & Söhne 

Auf der alten Ansichtskarte ist links hinter den Bäumen auch die Brauerei zu sehen. 

Die Brauerei heute
Die Brauerei heute

Die Beschaffung von Getränken war in der DDR besonders zur Sommerszeit immer wieder ein Problem. Es gab einfach zu wenig. Besonders das Bier aus der Massenproduktion wurde damals schnell trübe und schmeckte nicht. Das lag daran, dass es nicht pasteurisiert war.

Deshalb war so eine kleine Privatbrauerei, wie die Zwönitztalbrauerei Otto Vetters & Söhne, etwas Besonderes. Das Bier war frisch und schmeckte, speziell das Bockbier. Neben der Bierproduktion wurden dort auch Limonade und verschiedene Schnäpse und Liköre hergestellt. Die Produkte wurden im näheren Umfeld der Brauerei vertrieben. Also in Burkhardtsdorf, Eibenberg, Kemtau, Niederzwönitz, Dorfchemnitz, Thalheim, Meinersdorf, Jahnsdorf, Gornsdorf, Auerbach, Klaffenbach, Berbisdorf, Dittersdorf, Weißbach, Gornau und Gelenau.

Leider war damit 1972 Schluss.