Die Geschichte der Gaststätten in Städten und Dörfern ist immer wieder faszinierend. Allein die Fülle von Ausflugsrestaurants mir großen Freisitzflächen, Ball- und Tanzsälen, Dorfgasthöfen und kleinen Brauereien, die es heute leider nicht mehr gibt, ist es wert sich mit dem Thema zu beschäftigen. Dazu kommen Traditionen und Geschichten im Zusammenhang mit diesen alten Lokalen.

Mitte des 19. Jahrhunderts gab es in Kemtau zwei offizielle Gaststätten. Eine im unteren Dorf, den Gasthof „Zum goldenen Anker“ und eine im oberen Dort. Der Gasthof war bis 1847 im Besitz des Lehnrichters, erbaut 1842, danach wurde er verkauft und wechselte oft seine Besitzer. Im Lehngericht befand sich eine Brauerei, die auch Bier verköstigte. Im Laufe der Zeit bewarben sich viele Einwohner um den „Bier- und Schnapsausschank“. 1852 eröffnete A. Franke eine Gaststätte, später dann Hermann Haubold sein Restaurant.

1875 erhielt Carl August Wieland in der „Gasse“ die Konzession (heute Am Hang 9). Auch die Besitzer des „Kalkwerkes“ erhielten die Erlaubnis zum Ausschank. Für durstige Wanderer gab es um 1900 auch im Ortsteil Kamerun einen Ausschank für Flaschenbier. Ein weiteres vergessenes Lokal war Herrmann's Restauration.