Gasthof zur Sonne - Am Markt 2

Gasthof zur Sonne 1907
Gasthof zur Sonne 1907

Der Gasthof “Zur Sonne” wurde 1674 erbaut und ist eines der ältesten Gebäude von Burkhardtsdorf. Die nebenstehende Ansichtskarte zeigt den Gasthof zur Sonne zu seiner Blütezeit Anfang des vorigen Jahrhunderts. 


Restaurant-Anzeige von 1894 (4)
Restaurant-Anzeige von 1894 (4)

Um 1894 gehörte die Sonne Hermann Scheibner.

Diese Anzeige von 1897 ist aus der Burkhardtsdorfer Zeitung.

Das 1. Ulanen-Regiment Nr. 17 war in Oschatz stationiert. Wer auf die Oschatzer Ansichtskarte klickt, kann sich anhören, wie das damals klang.


Quelle Burkhardtsdorfer Zeitung
Quelle Burkhardtsdorfer Zeitung

In welchem Jahr dieses Bockbierfest stattfand ist unbekannt. Der Wirt war Bruno Lorenz.


Foto: Bildarchiv Gemeinde Burkhardtsdorf
Foto: Bildarchiv Gemeinde Burkhardtsdorf

Das Foto zeigt die "Sonne" um 1905 und Bruno Lorenz war der Eigentümer.

Die "Sonne" ca. 1920
Die "Sonne" ca. 1920

Das Gastaus zu Sonne in Burkhardtsdorf habe ich aus den 1960er Jahren in guter Erinnerung. Damals war die "Sonne" das erste Haus am Platz. Wir waren dort oft mit allen Verwandten und Bekannten zum Mittagessen, was zu DDR-Zeiten nicht so einfach war. Die "Sonne" war jedoch recht groß und man fand auch am Wochenende einen freien Tisch. Das Lokal war ein typischer Dorfgasthof mit einem Tanzsaal im oberen Stock. Über den Eingang an der Straßenseite gelangte man in einen Vorraum. Von dort ging eine Treppe in den oberen Saal und unten waren die Toiletten. Nach rechts ging es in die Gaststätte. Im ersten Raum befand sich links der Tresen und ein paar 4er Tische. Geradeaus folgte der angebaute Speiseraum, im Bild links zu sehen. 

HO Gasthof zur Sonne ca. 1960
HO Gasthof zur Sonne ca. 1960

Von dort hatte man einen schönen Blick auf den zentralen Verkehrsknotenpunkt von Burkhardtsdorf. Der Gasthof zur Sonne war eine HO-Gaststätte (HO - Handelsorganisation) und deshalb etwas besser versorgt, als eine staatliche Gaststätte. Private Lokale waren selten. Ich kann mich erinnern, dass es in der "Sonne" mein damaliges Lieblingsgericht, ungarischer Gulasch, gab. Das war in den 60er Jahren schon fast exotisch. Dennoch war das Essen nicht mit heutigen Verhältnissen zu vergleichen. Bestand die Mahlzeit aus Schweinefleisch, war die Hälfte ungenießbar und ging wieder zurück. Rindfleisch war dagegen zäh wie eine Schuhsohle. Was immer ging, war Beefsteak (auf sächsisch Beffschteck). Ansonsten blieben noch die Eier in Senfsoße.

Später, in den frühen 1970er Jahren, durfte ich dann auch mal mit dem Nachbarsjungen Samstag abends in den Tanzsaal. Es wurde damals noch Livemusik geboten, Disko gab es erst später. Es wurde im Saal viel geraucht und Bier aus kleinen Henkelgläsern getrunken. Am Tresen gab es auch Schnaps, Braunen oder Korn in einfacher (2 cl) oder doppelter (4 cl) Ausführung. Die Beschreibung der Toiletten spare ich mir. Das Vergnügen endete um Mitternacht und spätestens 0.30 Uhr ging es dann auf den Heimweg.

Wann die "Sonne" endgültig geschlossen wurde, weiß ich nicht. 


August 2014
August 2014

Heute findet man in der "Sonne" Malik's Bistro.