Die Besenschänke

Die Besenschänke gehört zwar genau betrachtet zu Gelenau ist aber eine der beliebtesten Ausflugsgaststätten von Burkhardtsdorf. Auch von Kemtau führt ein sehr schöner Waldweg zu diesem Lokal. Die Gaststätte liegt an der alten Poststraße ist aber erst später entstanden. Karl Traugott Fleischer erwirbt 1847 das Grundstück für 200 Taler und erbaut darauf die Schänke.

Auch damals schon gab es offenbar die gleichen Probleme, mit denen sich mancher Hausbesitzer auch heute noch herumplagen muss:

"Laut ministeriellen Entscheid vom 12.10.1848 soll er sein neu erbautes Haus wieder abbrechen, da ihm aus sicherheitspolizeilichen Gründen die Baugenehmigung verweigert worden war. Wenn er es nicht tut, so soll eine Kommission damit beauftragt werden. Fleischer jedoch, sowie der Gemeinderat stellen sich taub”

Ansichtskarte 1903
Ansichtskarte 1903

Die alte farbige Ansichtskarte aus dem Jahre 1903 ist eine sogenannte Lithographie. Sie zeigt den in dieser Zeit typischen Schriftzug auf der Bildseite mit Ortsnamen und "Grüße aus …". Die Besenschänke wird als Ausflugsort und Ausspanne (für die Pferde) bezeichnet. Der Name besagt, dass es dort nicht nur lecker Speis und Trank gibt, sondern auch handgefertigte Besen.

 

Diese Restaurant-Anzeige stammt aus Möckel's Adreß- und Auskunftsbuch von 1894.

Quelle: (4)

Quelle Burkhardtsdorfer Zeitung
Quelle Burkhardtsdorfer Zeitung

K. W. Kreißig kocht den Schweinsknochenschmaus = Eisbein? 

Ansichtskarte 1912
Ansichtskarte 1912

Die Besenschänke ist schon seit mehr als 100 Jahren im Familienbesitz aber zur Geschichte des Hauses bzw. des Standortes an der Poststraße ist nichts zu finden. In Burkhardtsdorf erinnert die Postsäule auf dem Marktplatz und der Straßenname "Alten Poststraße" sowie der Weg "An der alten Postraße" an diese historische Route. Etwa 50 m oberhalb der Besenschänke findet man eine Posthalbmeilensäule.

Die Ansichtskarte von 1912 zeigt die Besenschänke als Ausflügsgaststätte.

 

Fotopostkarte 1960er Jahre
Fotopostkarte 1960er Jahre

In den 1960er Jahren hieß die Straße vor der Besenschänke F95 (F wie Fernverkehrsstraße) und war eine wichtige Transitstrecke von der DDR nach der CSSR. Die Fotopostkarte stammt aus dieser Zeit. Das Auto im Vordergrund ist übrigens ein IFA F8 der in Zwickau noch bis 1955 gebaut wurde. Die Limousine hinter dem Haus ist ein Wartburg 311, die meist einfarbig mit abgesetztem Dach von 1955 - 1965 gebaut wurde.

 

Freisitz in der DDR
Freisitz in der DDR

Der beliebte Freisitz vor der Schänke war besonders am Männertag von eben dieser Spezies belagert. Angereist wurde mit dem geschmückten Pferdewagen oder dem kleinen Bollerwagen. Beide waren natürlich mit Bierkästen und anderen Spezialitäten beladen.

 

Besenschänke 2014
Besenschänke 2014

Nach der Wende wurde die Besenschänke durch einen Fernsehbeitrag der ARD mit Fritz Pleitgen berühmt. Heute liegt sie als Rastplatz und Ausflugsziel an der B95, die in das obere Erzgebirge über Annaberg-Bucholz nach Oberwiesenthal führt. Der Verkehr nach Tschechien rollt heute eher parallel auf der B174 über Marienberg.