Tagesausflug mit der Erzgebirgsbahn nach Karlovy Vary

Karlsbad um 1902
Karlsbad um 1902

Die Stadt Karlovy Vary, besser bekannt unter dem deutschen Namen Karlsbad, liegt an der Mündung der Teplá in die Eger. Karlsbad gehört zu den berühmtesten und traditionsreichsten Kurorten der Welt. 

Das Kurbad besitzt zwölf Quellen. Die bekannteste und stärkste befindet sich in den Weißen Kolonnaden und wird Sprudel genannt. Sie ist 72 °C heiß, schießt bis 14 Meter in die Höhe und besitzt eine Schüttung von 2000 Litern pro Minute. 

Die größte architektonische Sehenswürdigkeit ist die 1736 von Kilian Ignaz Dientzenhofer erbaute Kirche der Maria Magdalena oberhalb des Sprudels. In Sichtweite steht das Stadttheater von 1886. Ebenfalls sehr sehenswert ist die russisch-orthodoxe Kirche St. Peter und Paul mit ihren vergoldeten Kuppeldächern. Berühmt ist auch das 1770 gegründete, am Ufer der Teplá gelegene Grandhotel Pupp, welches der Hotelier Julius Pupp (1870–1936) zu einem Hotel der internationalen Spitzenklasse ausgebaut hatte.

Fahrkartenkauf

Das günstigste Ticket für diese Fahrt mit der Erzgebirgsbahn ist das Sachsen-Böhmen-Ticket der Deutschen Bahn.

Der Grundpreis ist 26 € plus 5,50 € für jeden erwachsenen Mitfahrer. Maximal können 5 Personen auf einem Ticket reisen. Bei zwei Erwachsenen können noch 3 Kinder unter 15 Jahren kostenlos mitfahren. Das Ticket kann am Automaten in der Erzgebirgsbahn gekauft werden und ist den ganzen Tag gültig.

Anfahrt

Bei der Fahrt von Kemtau nach Karlovy Vary ist nur ein Aufenthalt mit Umsteigen in Aue erforderlich. Danach geht es über Schwarzenberg nach Johanngeorgenstadt. Dort erfolgt der Wechsel auf die tschechische Bahn. Der Umstieg erfolgt problemlos auf dem gleichen Bahnsteig und 5 Minuten später geht es weiter. Die Fahrt verläuft dann durch den dichten Wald auf tschechischer Seite des Erzgebirges abwärts bis Karlsbad.

Die Fahrpläne findet man hier unter Zwickau - Johanngeorgenstadt, der über Aue bis Karlovy Vary reicht.

Zeitplan der 3 1/4 Stunden Fahrt:

Kemtau ab 8.36 Uhr bis Aue an 9.23 Uhr

Aue ab 9.40 Uhr bis Karlovy Vary an 11.48

Aufenthalt

Man hat nun ca. 6 Stunden Zeit für Karlsbad. Der 5 min Weg vom Bahnhof in die Altstadt ist schnell erledigt. Da es Mittagszeit ist, bietet sich zunächst ein Stärkung in einem der zahlreichen Lokale mit Freisitz an. Eine der tschechischen Spezialitäten ist bekanntlich Gulasch mit Semmelknödeln, dazu ein tschechisches Bier und der Spaziergang die Promenade hinauf bis zum Hotel Pupp kann beginnen. Die Zeit reicht für alle Sehenswürdigkeiten auch in den Seitenstraßen. Natürlich kann man dabei das gesunde Wasser aus den 12 Mineralquellen aus einer typischen Trinktasse probieren. Geschmacklich ist das zwar nicht unbedingt ein Highlight, aber zum Ausgleich kann man sich auch einen Kaffee mit Eisbecher leisten oder aber einen Schluck aus der "13. Quelle", dem berühmten Becherovka, nehmen.

Als preiswerte Souveniers findet man überall die Karlsbader Oblaten und Trinktassen mit unzähligen Motiven.

Rückfahrt

Die Heimreise erfolgt auf dem gleichen Weg nach folgenden Zeitplan:

Karlovy Vary ab 18.06 Uhr bis Aue an 20.08 Uhr

Aue ab 20.29 Uhr bis Kemtau an 21.12 Uhr (nur Sa und So)

oder Werktags:

Aue ab 21.28 Uhr bis Kemtau an 22.12 Uhr (Mo - Fr)

Karlovy Vary 2011

Karlovy Vary 1963

Die Bilder stammen aus der Dia-Sammlung meines Vaters. Zu dieser Zeit hieß die Tschechoslowakei noch ČSSR (Tschechoslowakische Sozialistische Republik) und Karlovy Vary hatte für DDR-Bürger schon einen Hauch von westlicher Freiheit.

Karlsbad um 1910

Karlsbad auf Ansichtskarten Anfang des 20. Jahrhunderts.

Karlsbad um 1900

Die folgenden Abbildungen sind von der Schweizer Firma Orell Füssli im sogenannten Photochrom Druckverfahren seit 1889 als Massenprodukt hergestellt worden. Es gibt etwa 6.000 dieser Drucke von vielen europäischen Städten und Landschaften als digitalisierte Kopien im Internet. Man kann sie hier suchen. Dabei ist zu beachten, dass die Namen auf englisch sind und der Zeit um 1900 entsprechen. Sucht man nach Karlovy Vary, muss man Carlsbad bzw. Bohemia eingeben.